BERND BEGEMANN & Die Befreiung

Unverständnis und diese unendliche Einsamkeit. Sollte man nicht besser das Feld räumen und es den Barbaren überlassen? Auf zu sonnigen Gefilden, in nette zivilisierte Länder? Weit weg von Mario Barth, Haudegen, Silbermond, Till Schweiger und, vor allem, ganz weit weg von ihren Millionen Fans? Das wäre die eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit, und Bernd Begemann hat sich für eben diese entschieden: Es sportlich nehmen. Die Umwelt und die Mitmenschen mit den staunenden Augen eines Wissenschaftlers (wenn auch eines mitfühlenden Wissenschaftlers) betrachten. Wie ist es? Wie scheint es? Wie konnte es soweit kommen? Und genau diese drei Fragen stellen Bernd Begemann & Die Befreiung auf ihrem neuen Album. Dass es überhaupt nötig ist, Bernd Begemanns CDs zu bewerben, dass man Infotexte verfassen muss, ist schon ein Skandal. Ich greife mal eines der bereits oben erwähnten zivilisierten Länder wahllos heraus (England). Ein Plakat auf’m Marktplatz und die Leute würden einem den Virgin Megastore einrennen, wenn einer wie Begemann ein neues Album annonciert. Aber was soll’s. Wir leben halt in einem Land, in dem der Oberlippenbart nahtlos vom Unterlippenbart abgelöst wurde, in einem Land, dessen Bewohner Ironie nicht verstehen und in dem gute Kleidung als verdächtig gilt. Man könnte meinen, Bernd Begemann sei neuzeitlicher Sisyphos. Unermüdlich tourt, schreibt und komponiert er. Doch weder 10.000e, jährlich auf Tour abgerissene Autobahnkilometer können Bernd Begemann etwas anhaben noch die „Toten Augen von Hamburg“ (so ein älterer Songtitel). Die große Masse ignoriert seine Songs? Ihr Problem, nicht unseres und auf keinen Fall Bernds. Und so reicht Bernd Begemann auch noch dem Geringsten jederzeit die Hand und freut sich über jede vor Herbert, Xavier und Marius gerettete Seele. Die Konzerte von Bernd Begemann und der Befreiung sind dreistündige Messen, gewidmet den Göttern Pop, Soul und Beat. Amen!

http://www.bernd-begemann.de